Wanderfahrt im Sognefjord (Norwegen)

Unser Mitglied Hans-Heinrich Hartmann organisierte vom 5. – 16. Juli 2018 wieder eine Wanderfahrt auf dem norwegischen Sognefjord. Es nahmen Mitglieder aus verschiedenen Vereinen daran teil. Hartmut Thordsen vom Ruderverein Dorsten hat einen ausführlichen Bericht über die Fahrt geschrieben.Der folgende Bericht wurde im Original auf der Website des Ruderverein Dorsten e.V. veröffentlicht.

von Hartmut Thordsen

Fotos: Brigitte, Hans, Hartmut, Ilona, Klaus, Steffi, Sabine, Wolfgang

Was tun…

… wenn in unserem Verein – nach etwa 20 Jahre ohne eine solche Unterbrechung – niemand eine Wanderfahrt organisieren mag, aber das Fernweh zu anderen Gewässern zieht? Ganz einfach! So wie Ruderer anderer Vereine uns stets auf unseren Fahrten begleiten, laden wir uns mal anderswo ein, wo eine Fahrt ausgeschrieben ist und Mitruderer gesucht werden.

Rudern auf dem Sognefjord
Rudern auf dem Sognefjord

Wir – das sind Sabine und Hartmut – erhielten im vergangenen Herbst eine entsprechende Einladung von unserem Ruderfreund Hans-Heinrich von der EWF in Erlangen. Er plante eine Wanderfahrt in Norwegen. Wir waren schon einige Male gemeinsam unterwegs, Hans-Heinrich hatte bereits mehrere Fahrten im fernen Land gemacht und in Norwegen war ich zuletzt vor fast 40 Jahren, Sabine noch nie. Dazu das ungewöhnliche Ruderrevier, das eindrucksvolle Erlebnisse versprach. So haben wir nicht lange gezögert und uns für das Abenteuer gemeldet.

Ausgeschrieben war die Fahrt für 12 Teilnehmer und 6 Bootsplätze in zwei gesteuerten Seegig-Riemen-Zweiern. Mit solchen küstentauglichen Booten ohne Ausleger hatten wir schon einige Fahrten gemacht, einst mit den Tegelortern aus Berlin rund um Fünen und zuletzt bei unserer Wanderfahrt 2011 in Haderslev. Entsprechend sollte stets nur die halbe Mannschaft auf dem Wasser sein, mit jeweils einem Tausch an den Rudertagen, so dass auch genug Zeit an Land für weitere Urlaubserlebnisse blieb.

Der Zeitplan

Ferne Ziele erfordern lange Reisewege. So fuhren wir schon einen Tag früher (Mittwoch) für eine Übernachtung in Berlin los. Am Donnerstag trafen wir planmäßig am Rande des Berliner Rings den Kleinbus, der uns mitnehmen sollte. An Bord bereits Hans, Heidi und Klaus aus Erlangen sowie Ilona, Brigitte und Wolfgang sowie Reinhold aus Magdeburg, die schon zuvor „aufgelesen“ worden waren. Mit neun Plätzen war der Sprinter voll besetzt. Unsere übrigen Mitstreiter – Brigitte aus Osterholz-Scharmbeck, Steffi aus Speyer und Marianne aus Oslo – sollten wir erst später in Norwegen treffen.

Über Nacht mit wenigen Stunden Schlaf ging es per Fähre Rostock/Trelleborg nach Schweden und Freitag einige hundert Km nach Oslo. Dort trafen wir Marianne, die uns aus ihrem Verein beide Boote samt Hänger bereitstellte. Übernachtet wurde in Hütten auf einem Campingplatz an einem großen See, der uns nach dem Abendessen spontan zum Bad einlud. Hmm… war doch ganz schön frisch das Wasser, wie sollte das erst im Fjord sein?

Sonnabend ging es dann durch’s Land Richtung Sognefjord, in dessen Nähe wir in wechselnden Quartieren die kommende Woche verbringen sollten. Der Besuch einer der schönsten Stabkirchen des Landes in Borgund rundete den Anreisetag ab.

Sechs Tage – fünf Rudertage und ein Landtag – sollten wir vor Ort sein, gefolgt von einer Rückreise in umgekehrter Reihenfolge. Die halbe Zeit war also der An- und Abreise geschuldet.

Nærøyfjord

Da standen wir am Beginn unserer Tour am Ende des Nærøyfjords – Weltnaturerbe der UNESCO – in der kleinen Gemeinde Gudvangen und schon jetzt hatte uns ein Gefühl fest im Griff, das uns nicht mehr loslassen sollte. WOW !!! Beinahe unbeschreiblich. Das einladende Wasser … die steilen Bergflanken, die sich bis etwa 700 Meter in die Höhe erheben … der Himmel voller Schäfchenwolken, die uns eine Woche herrlichstes Sommerwetter in Norwegen verhießen. Schade nur, dass wir nicht selbst gleich einsteigen durften, aber so war es ja geplant – fifty-fifty auf Wasser oder Land.

Start unserer Tour in Gudvangen
Start unserer Tour in Gudvangen
Was hab ich gewartet, bis mir hier mal kein Tourist ins Bild lief 😉
Was hab ich gewartet, bis mir hier mal kein Tourist ins Bild lief 😉

 

Aurlandsfjord

Wir sollten unseren Einsatz nachmittags ab Undredal bis nach Flåm bekommen. Schon bei der Erkundung an Land hier wurde deutlich: auf Wassersportler ist man dort nicht eingestellt. Die wenigen geeigneten Stellen am Fjord sind oft in Privatbesitz, der Zugang wird bisweilen unmöglich gemacht. Ohnehin mussten wir uns an den steinigen Ufern sehr vorsehen, dass weder wir noch die Boote zu Schaden kommen.

Die genannten Gemeinden sind ja noch halbwegs touristische Hotspots, da gab es immerhin noch ein paar Kayaker neben uns auf dem Wasser, aber Ruderer sieht man hier wohl praktisch nie – zu groß der Aufwand und die damit verbundenen logistischen Probleme. Wir staunten über die Nachricht, dass selbst Marianne – immerhin in Besitz geeigneter Boote, wohnhaft in Oslo und auf eine langjährige Ruderkarriere zurückblickend – hier in ihrem Leben noch nie gerudert hatte. Und auch Hans und spätere Nachfragen bei meiner Ruderfamilie in Berlin wussten nur bedingt davon zu berichten, dass hier schon mal wer eine Wanderfahrt gemacht hat. So weltberühmt das uns umgebende Naturwunder auch sein mag – für Ruderer ist das Revier maximal exotisch.

Unser Start in Undredal verlief recht spannend. Ein beschädigter Rollsitz stellte uns vor Herausforderungen (Danke an Marianne, die für Ersatz tags darauf weite Wege fuhr). Auch hatte der Wind stark aufgefrischt, vom Start weg ging es in stattliche Wellen hinein, wenigstens mit und nicht gegen den Wind.

 

Flåm erwartete uns mit einem flachen Strand und dem Anblick eines großen Kreuzfahrtschiffes. Das sollte nicht der einzige Fremdkörper dieser Art an diesen Tagen hier sein. Es blieben aber auch keine Fragen offen, was hier zählt und wovon die Region lebt – dort nimmt man die permanent vom Schiffsdiesel geschwängerte Luft im Talkessel in Kauf. Schade, denn eigentlich ist es ein herrlicher Flecken. So übernachteten wir in Hütten auf dem schönen Campingplatz am Ort. In nächtlicher Windstille trat ich mal vor die Tür und stand im Dieselmief 🙁 Ich mag reiselustigen Lesern nur raten: fahrt hin, aber bitte nicht mit dem Kreuzfahrtschiff.

ein herrlicher Campingplatz hier in Flåm
ein herrlicher Campingplatz hier in Flåm

Landtag

Unseren Landtag am Montag verbrachten wir zunächst mit einem Ausflug zum Stegastein, von dem man eine grandiose Aussicht über den Aurlandsfjord hat. Unten, auf Meereshöhe, schwitzten wir in diesen Tagen nicht wenig und nur etwa 700 Meter weiter oben lagen auch im Hochsommer unberührte Schneefelder.

Aber der Wahnsinn hier ist natürlich dieses Panorama!
Aber der Wahnsinn hier ist natürlich dieses Panorama!

Nachmittags trennten sich unsere Wege. Einige erkundeten per PkW das Hochland entlang der alten Straßen über die Berge, das wir anderen dank – bis zu 25 Km langer – Tunnelfahrten nie sehen sollten, andere machten eine Extratour mit den Booten.

Sabine und ich fuhren zusammen mit Klaus und Reinhold sowie hunderten Touristen vom gerade vor Ort liegenden Kreuzfahrer mit der Flåmbahn über 800 Meter hoch ins Myrdal. Hübsch, der Stopp am Wasserfall Kjosfossen, an dem zu sphärischer Musik eine blond perückte Tänzerin im Flattergewand die Aufmerksamkeit zahlreicher Kameras meist chinesischer oder japanischer Herkunft auf sich lenkte. Toller Studentenjob, dachte ich und finde beim Schreiben dieser Zeilen den mythischen Hintergrund auf Wikipedia (Huldra). Nur gut, dass für Fotos heutzutage kein Silberoxid mehr verschwendet werden muss.

Auf dem Weg zu unserem etwas entlegenen Quartier stellten wir noch den Bootshänger am geplanten Ziel der Tour in Lærdalsøyri ab und erkundeten den Ort mit seinen teils historischen Holzhäusern.

zweiter Rudertag

Der zweite Rudertag führte uns zurück nach Undredal, wo die Boote – nach dem Ausflug der Nachmittags-Teams in den halben Nærøyfjord und wieder zurück – über Nacht liegenbleiben sollten, um so eine bestmögliche Ausgangsbasis für die eh sehr lange Etappe am nächsten Tag zu haben. Ab und zu begegneten uns an diesen ersten Tagen die Fähren von Flåm nach Gudvangen und zurück oder kleinere Schnellboote, vollgestopft mit Touristen in knallgelben Rettungswesten (die „Aliens“). Die touristische Ausbeutung der Kreuzfahrer war rund um Flåm erkennbar auf ihrem Höhepunkt.

Neu war die Strecke heute nicht, aber es hatte ja noch längst nicht Jeder alles gesehen. Daher lasse ich hier die Bilder sprechen:

Auch von Land bietet Undredal heute ein Postkarten-Panorama
Auch von Land bietet Undredal heute ein Postkarten-Panorama
Pause. Um die Ecke „gleich da vorne“ geht es in den Nærøyfjord…
Pause. Um die Ecke „gleich da vorne“ geht es in den Nærøyfjord…
... wo wir mittendrin kurz an Land gehen
… wo wir mittendrin kurz an Land gehen

Über den Hauptfjord nach Sogndal

Mittwoch war durchaus ein Tag der Entscheidung. Hatte der Aurlandsfjord eine Breite von „nur“ bis zu zwei Kilometern, sollte dies bei der Querung des Hauptfjords anders werden. Der Sognefjord ist mehr als doppelt so breit und öffnet sich nach Westen über viele Kilometer weit zum Meer hin. Ziel war der nördlich vom Hauptfjord gelegene Sogndalsfjord. Nur waren bis dahin erst einmal viele Kilometer zurückzulegen. Da mittags der Wind stets stark auffrischte (die sich erwärmenden Felswände erzeugen einen zusätzlichen Kamineffekt), war somit ungewiss, ob die Boote gegen die zu erwartenden Wellen über viele Kilometer ankämen. Auch gab es entlang dieser Route praktisch keine Möglichkeiten zum Anlanden – eine lange beschwerliche Rückfahrt nach Undredal wäre die unerwünschte Alternative gewesen.

Auch der Landdienst hatte ungewöhnliche Wege. Die Ruderer mussten zunächst mit dem Sprinter nach Undredal gebracht werden. Die halbe Landmannschaft (im PkW von Marianne unterwegs) musste derweil Zeit in Lærdaløyri totschlagen, wo wir uns zur gemeinsamen Weiterfahrt trafen. Anschließend ging es mit einer Fähre über den Hauptfjord. Wir erkundeten den Zielpunkt des Tages – einen gut besuchten, vermutlich künstlich angelegten Badesandstrand (siehe Satellitenbild) und fuhren weiter nach Sogndal, wo wir unser schönes nächstes Quartier aufsuchten, das Wandererheim von Sogndal, das in den Sommerwochen freistehende Studentenhäuser an Touristen wie uns vermietet. Schließlich fuhren wir eine lange einspurige einsame Straße entlang des Sogndalsfjords zum Treffpunkt für den Mannschaftswechsel. Einige Zeit schauten wir auf’s Wasser nach Westen, von wo über viele Kilometer die Wellen mit Schaumkronen heranrollten und zu unserer Erleichterung irgendwann den Blick auf unsere Boote freigaben.

Nach dem Wechsel – ausnahmsweise mal an einem richtigen Steg! – ging es mit reichlich Schiebewind weiter. Etappenziel war besagter Badestrand, an dem wir es uns nach Lagerung der Boote nicht nehmen ließen, selbst ins Wasser zu steigen. Überhaupt hatte ich mehrfach die Hand ins Wasser gehalten, dachte ich doch, der Fjord würde auch im Sommer eine kühle Angelegenheit sein. So kalt wie der See bei Oslo war das Wasser hier aber nirgendwo, Baden auch ohne große Überwindung kein Problem.

Abendstimmung über Sogndal
Abendstimmung über Sogndal

Rundfahrt von Sogndal nach Kaupanger

Vom Start am Donnerstag in der Badebucht bis zum Tagesziel in der Bucht bei Kaupanger lagen ziemlich genau fünf Kilometer… Luftlinie! Auf dem Wasser sollten es 45 Km werden, und westwärts auf den Hauptfjord raus auch nicht die leichtesten. Am Ende des Sogndalsfjords wurde an vertrauter Stelle gewechselt. Die erste Mannschaft äußerte schon Bedenken, ob wir es noch gegen den Wind weiter raus schaffen würden. Diesmal waren Sabine und ich für die lange Etappe ab hier eingeteilt. Richtig, das war heute kein Wetter für Ruder-Anfänger. Direkt gegen den Wind bäumten sich die Boote gelegentlich auf den Wellenbergen auf, um wie ein Wal beim Bauchklatscher vornüber herunterzufallen.

Nach etwa zwei Km kam der Point-of-no-Return, mussten wir hier Kurs um die erreichte Landspitze nach Süden einschlagen. Während der Wind unvermindert von Westen blies, war eine Fahrt seitlich zum Wind und parallel zu den Wellen nicht angeraten. So ging es dann viele Kilometer im Zickzack-Kurs mal schräg in die Wellen und – nach jeweils schnell ausgeführten Wendemanövern – mit Wind schräg von hinten weiter. Was Segler können, können wir schon lange! Bildmaterial der Wellenberge kann ich hier nicht liefern, wir hatten eben Besseres zu tun als zu fotografieren, mussten viele Male wie beschrieben kreuzen.

Panorama – links geht es in den Aurlandsfjord, wo wir tags zuvor herkamen
Panorama – links geht es in den Aurlandsfjord, wo wir tags zuvor herkamen

Es folgte eine lange Passage im Hauptfjord bei allerfeinstem Wetter vor traumhafter Kulisse. In der Ferne sahen wir einmal ein Fährschiff in den Aurlandsfjord fahren, ansonsten waren wir allein unterwegs. Die Suche nach einer geeigneten Stelle zum Landgang gestaltete sich schwierig. Nahe eines alten verlassenen Hauses gelang es dann. So unwegsam der Ausstieg war – unter einem Teppich von Seetang stapelten sich große Bruchsteine unter Wasser – so idyllisch war die Aussicht. Ich denke, nirgendwo anders als hier waren wir einem Sehnsuchtsort für Wanderruderer jemals so nah. Naja, eine Liegewiese wär noch was Feines gewesen…

 

So schön die Kulisse auch ist, es war leider nicht gut aufgeräumt hier, ziemlich harte Sitzmöbel…
So schön die Kulisse auch ist, es war leider nicht gut aufgeräumt hier, ziemlich harte Sitzmöbel…

Einmal mehr kann ich dank technischer Möglichkeiten im Satellitenbild aufzeigen, wie entlegen dieser Ort ist – die gesamte umrundete Halbinsel ist ein riesiger Felsen, der sich hoch aus dem Fjord erhebt. Nicht weit von unserem Pausenplatz entfernt, aber 500 Meter höher, lag der Flughafen der Stadt Sogndal. Viel los war aber auch da wohl nicht, wir sahen einmal eine Turboprop-Maschine in den Himmel aufsteigen.Die letzten Km verliefen relativ ruhig im Windschatten des Berges. Wir hatten uns aber zu früh gefreut. Auf den letzten Metern in der Bucht von Kaupanger mussten wir nochmal unerwartet mit dem Wind kämpfen, der hier über den abgeflachten Landrücken von Westen stark einfiel. Klaus‘ Hut wurde dabei leider Opfer einer Bö und verschwand in den Wellen, bevor er geborgen werden konnte. Endlich angekommen lagerten wir die Boote möglichst weit weg vom Wasser, konnten aber nicht über einen Steinwall hinweg. Sicherheitshalber befestigten wir die Leinen mit ein paar großen Steinen. Wie sich herausstellte, war das eine gute Idee – in dieser Nacht war der Gezeitenhub wohl besonders hoch, die Boote lagen im Wasser, wie uns Camper am nächsten Tag berichteten und mit einem Bild belegten. Klar, dass auch hier manche von uns die Gelegenheit zu einem Bad nutzten.

Die Kaupanger-Bucht bei Niedrigwasser
Die Kaupanger-Bucht bei Niedrigwasser

Fahrt nach Lærdalsøyri

Freitag, letzter Rudertag. Dem Hauptfjord nach Osten folgend ging es abschließend nach Lærdalsøyri. Die zweite Mannschaft machte von dort nochmal eine Ausfahrt, während wir bei einem Kaffee mit Blick auf’s Wasser auf ihre Rückkehr warteten. Schließlich mussten noch die Boote verladen werden und es ging in unser Quartier im Borlaug Wandererheim ein Stück abseits des Fjordes.

Gruppenbild an den Booten beim Mannschaftswechsel
Gruppenbild an den Booten beim Mannschaftswechsel

Hatte zumeist Heidi uns all die Tage bestens verköstigt, so zeigte heute Reinhold seine Küchenkunst und bekochte uns zum Abschluss der Fahrt mit leckerem Lachs. Nach gelungener Fahrt konnten wir Heidi, Marianne und Hans-Heinrich nur von Herzen für ihre Arbeit, die sie mit uns hatten, danken.

Fahrt vorbei, tatsächlich ein wenig Regen draußen – und mit Regenbogen! Der Wettergott war unser Freund 🙂
Fahrt vorbei, tatsächlich ein wenig Regen draußen – und mit Regenbogen! Der Wettergott war unser Freund 🙂

Heimfahrt

Samstag, Heimfahrt. Hatten wir all die Tage nur Sonnenschein und klare Sicht, so lagen die Bergwipfel um Borlaug heute wie in Watte gepackt in einer Wolkendecke. Die Straße nach Oslo bergauf ging es wie bei einem Start mit dem Flugzeug von unten durch die Wolken. Am höchsten Punkt des Hemsedalsvegen Richtung Oslo jenseits 1100 Meter über dem Meer wurden wir am See Eldrevatnet Zeugen eines Naturschauspiels. Die letzten Wolken hatten sich von Westen gerade eben bis hier geschoben und schwebten in Windstille auf dem sonnenbeschienenen See. Die Szenerie wirkte märchenhaft surreal, nicht von dieser Welt. Auf dem Hang entlang der Straße rief uns laut etwas „Mäh“ entgegen, aber das Geröll-übersäte Gelände glich einem Wimmelbild, in dem niemand von uns ein Schaf zu entdecken vermochte – dieses Rätsel blieb ungelöst.

ie Zuckerwatte schwebt die Wolkendecke über dem See
ie Zuckerwatte schwebt die Wolkendecke über dem See

In Oslo lieferten wir die Boote ordentlich ab, übernachteten im Dalsland auf schwedischer Seite und erreichten am folgenden Abend rechtzeitig ein Lokal am Strand nahe Trelleborg, in dem wir neben dem Abendessen live das Fußball-WM-Endspiel zwischen Frankreich und Kroatien verfolgen konnten. Die Überfahrt nach Rostock verlief ruhig und belohnte mit einem schönen Sonnenaufgang auf der Ostsee.

... kehren wir in einem Lokal zu Burger und Fußball-WM ein
… kehren wir in einem Lokal zu Burger und Fußball-WM ein
Sonnenaufgang über der Ostsee vor Rostock
Sonnenaufgang über der Ostsee vor Rostock

Es bleiben uns wundervolle Erinnerungen und viele Fotos. Irgendwie ist jede Wanderfahrt einzigartig und schön. Und doch war diese neben der Karelia Soutu 2007 in Finnland die Fahrt, die mich am meisten verzückt hat – soviel Poesie muss erlaubt sein. Nochmals vielen Dank, lieber Hans-Heinrich, das hast Du gut gemacht!